Marmor und Moos erzählen Geschichte(n)

Die November-Pilgertour hat uns auf den Frankfurter Hauptfriedhof geführt. Dort hat Pfarrer und Pilgerbegleiter Dr. Jeffrey Myers anhand von Grabdenkmalen aus der Geschichte der medizinischen Forschung erzählt.

Wir besuchten unter anderem die Gräber von Pauline Schmidt, Heinrich Hoffmann und Alois Alzheimer. Pauline Schmidt war das Paulinchen im „Struwwelpeter“ und Spielgefährtin der Kinder Heinrich Hoffmanns. Sie verstarb mit nur 15 Jahren an Tuberkulose und nicht, wie das Paulinchen im Struwwelpeter, in einem Feuer.

Heinrich Hoffmann, Psychiater, „Struwwelpeter“-Autor und Mitglied im Vorparlament von 1848 setzte eine damals neue medizinische Erkenntnis in die Tat um: Er behandelte psychisch kranke Menschen als Kranke, denen medizinisch geholfen werden konnte. Vorher waren psychisch Kranke als arbeitsscheu, vom Teufel besessen oder als kriminell angesehen und weggesperrt worden.

Der Psychiater Alois Alzheimer legte die Grundlagen der modernen Demenz-Forschung. Gemeinsam mit seinen Kollegen führte er eine neue Behandlungsmethode für Geisteskranke ein, die sie als „non-restraint“ bezeichneten und deren wesentliches Merkmal das Vermeiden von Zwangsjacken, Zwangsfütterungen und anderen Zwangsmitteln war.

Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Myers für den anregenden, informativen Rundgang!